Kunststoff-Fenster – weitaus mehr als nur praktisch

Fensterprofile
Heute gibt es auch Kunststofffenster, die wie Holz aussehen - Foto: phadventureBG / depositphotos.com

Die Wahl der Fenster will wohl überlegt sein. Dies trifft sowohl auf Neubauten als auch auf Gebäude zu, für die eine Modernisierung geplant ist. Abgesehen von einer hochwertigen Zweifach- oder gar Dreifachverglasung kommt dem passenden Rahmenmaterial eine überragende Rolle zu. Zwar gibt es auch Fenster aus Aluminium oder aus Materialkombinationen mit Aluminium, die meisten Modelle sind jedoch entweder aus Holz oder aus Kunststoff hergestellt. Bereits seit vielen Jahren steigt der Anteil der Kunststoff-Fenster kontinuierlich. Warum diese Zunahme durchaus gerechtfertigt ist, zeigen die nachstehenden Argumente für moderne Kunststoff-Fenster auf.

PVC und PU als zeitgemäße Materialien

Bereits seit Mitte der 1950er Jahre sind Fenster aus dem Material Kunststoff erhältlich. Nach wie vor handelt es sich bei Kunststoff für Fensterrahmen und -flügel überwiegend um Polyvinylchlorid (abgekürzt PVC). Für den Einsatz des thermoplastischen Baustoffs PVC sprechen folgende Eigenschaften:

  • leicht formbar
  • schlagfest
  • witterungs- und UV-beständig
  • einfach zu reinigen
  • nahezu wartungsfrei
  • langlebig

Der Kunststoff, dessen Eigenschaften die des Polyvinylchlorids sogar noch übertreffen, ist Polyurethan (PU). Besonders überzeugend sind dessen Elastizität, Festigkeit, Temperaturbeständigkeit und Chemikalienbeständigkeit.

Da sich PVC und PU sehr leicht verarbeiten lassen, gibt es hinsichtlich der Fensterformen und Fenstertypen keinerlei Einschränkungen. Es steht die gesamte Bandbreite an Fensterformen vom einfachen einflügeligen Fenster über runde Fenster bis hin zu mehrflügeligen Fenstern zur Wahl. Genauso variantenreich sind die für Kunststoff-Fenster verfügbaren Öffnungsmechanismen: Von schwingbar, über kippbar und/oder drehbar bis wendbar ist praktisch alles umsetzbar. Gerade bei Fenstern, die sich in viele Richtungen verstellen lassen, ist ein Einbau vom Fachmann besonders wichtig. Hier lässt sich als Laie viel falsch machen und es ist davon abzuraten, Fenster selbst einzubauen.

Ist ein Austausch der Fenster notwendig?

In Zeiten beständig steigender Energiekosten und zunehmender Umweltverschmutzung ist es auf jeden Fall sinnvoll, alle Möglichkeiten zu nutzen, den Energieverbrauch zu senken. An welchen Stellen eines Gebäudes etwas in puncto Dämmung getan werden muss, zeigen Fotos, die mit einer Wärmebildkamera gemacht werden. Das zu diesem Zweck genutzte Verfahren ist die Thermografie. Thermografie-Systeme liefern Infrarotmessungen für die Oberfläche des jeweils dargestellten Gebäudes. Abhängig von den Baumaterialien und des Dämmungswertes werden verschiedene Temperaturbereiche farbig dargestellt.

Eine unerlässliche Voraussetzung für die Durchführung einer Thermografie ist das Vorhandensein eines ausreichend großen Temperaturunterschiedes zwischen der Innen- und der Außentemperatur. Ideale Bedingungen sind gegeben, wenn Dunkelheit, Trockenheit und etwa 0 Grad Celsius herrschen. Vorausgesetzt, die Heizung ist so eingestellt, dass die Raumtemperatur etwa 20 Grad Celsius beträgt, ist die Temperaturdifferenz groß genug, um Schwachpunkte des Gebäudes aufzuzeigen. Gerade bei Altbauten mit Holzfenstern fallen die Fensterflächen oftmals negativ auf. Die Montage moderner Kunststoff-Fenster spart in Zukunft Energie und Kosten.

Der Einbau eines Kunststoff-Fensters

Keinesfalls sollten nur die passenden Maße und ein günstiger Preis die Kriterien für den Kauf eines neuen Fensters sein. Damit der Fensteraustausch sich in jeglicher Hinsicht lohnt, ist auch auf die nachstehenden Punkte zu achten:

  • wärmedämmende Eigenschaften
  • Schutz vor Lärm
  • wunschgemäße Öffnungsmöglichkeiten
  • einbruchhemmende Extras
  • auf Fassade und Haustür abgestimmtes Design

Unabhängig davon, ob ein Kunststoff-Fenster in ein neues oder in ein altes Gebäude eingebaut werden soll, ist auf eine sorgfältige Abdichtung Wert zu legen. Denn nur dann kann keine Feuchtigkeit in die Hauswände eindringen. Sofern Schäden an der Fassade im Bereich des Fensters vorhanden sind, sind diese unbedingt vor dem Fensterbau zu beseitigen: Die betreffende Wand sollte trocken und rissfrei sein.

Dank Haltevorrichtungen und Bauschaum geht der Einbau eines Fensters in Neubauten rasch und unkompliziert vonstatten. Der Austausch alter Holzfenster gegen neue Kunststoff-Fenster dauert aufgrund der Demontage des alten Fensters und Ausgleichsarbeiten am Mauerdurchbruch erheblich länger. Letzteres ist insbesondere notwendig, wenn das bisherige Fenster ein ungünstiges Maß aufweist oder der Fensterausbau kleinere Schäden hinterlässt. Wer sich für ein Fenster in einer gängigen Größe entscheidet, hat den Vorteil unter vielen Produkten wählen zu können. Spezielle Maße hingegen erfordern die individuelle Anfertigung und sind dementsprechend mit höheren Kosten verbunden.